Hamm gestaltet die digitale Zukunft – statt nur zuzuschauen
Mit seiner ersten Rede im Rat der Stadt Hamm hat Mischa Kuchinke, Ratsherr der Fraktion GRÜNE-VOLT, ein klares Signal gesetzt: Hamm soll die Chancen der Digitalisierung aktiv nutzen und den Strukturwandel mutig gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Unterstützung für den geplanten Masterplan Digitale Wirtschaft sowie die Ansiedlung eines Rechenzentrums am ehemaligen Kraftwerksstandort Westfalen.
Gleich zu Beginn würdigte Kuchinke die Vorarbeit der vergangenen Jahre und die Zusammenarbeit in der Koalition: Ein solches Projekt sei nur möglich durch gemeinsames, langfristiges Engagement. Gleichzeitig machte er deutlich, worum es jetzt geht:
„Wir können zuschauen, wie Europa bei Rechenzentren, bei KI, bei digitaler Souveränität abhängig bleibt – oder wir können sagen: Hier, in Hamm, bauen wir mit.“
Hamm kann Teil der digitalen Zukunft Europas werden
Europa steht vor einer strategischen Herausforderung: In zentralen Bereichen wie Cloud, Künstlicher Intelligenz und digitaler Infrastruktur besteht eine starke Abhängigkeit von Anbietern aus den USA und Asien. Hamm hat die Chance, hier einen eigenen Beitrag zu leisten.
Der geplante Standort bietet dafür ideale Voraussetzungen: bestehende Infrastruktur, eine leistungsfähige Glasfaseranbindung in europäische Metropolräume und Zugang zu erneuerbarer Energie. Wo früher Kohle verarbeitet wurde, könnten künftig Daten das Rückgrat der Wirtschaft bilden – klimafreundlich und zukunftsorientiert.
Für Hamm bedeutet das konkret: rund 100 direkte, hochqualifizierte Arbeitsplätze sowie bis zu 600 weitere Jobs im Umfeld – ein wichtiger Impuls für den Strukturwandel.
Klare Regeln für eine verantwortungsvolle Umsetzung
Ein Projekt dieser Größenordnung wirft berechtigte Fragen auf. Diese wurden in der Rede offen adressiert.
Beim Thema Datenschutz gilt: Auch internationale Unternehmen unterliegen in Deutschland strikt europäischem Recht. Die Datenschutz-Grundverordnung setzt klare Grenzen und schützt die Interessen der Bürgerinnen und Bürger.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit stehen konkrete Anforderungen im Raum: Betrieb mit Ökostrom, intelligente Nutzung von Abwärme – etwa für das Fernwärmenetz – sowie moderne Technologien zur Wärmespeicherung.
Die bauliche Dimension eines solchen Rechenzentrums ist sichtbar, doch der Standort liegt bewusst in einem Industriegebiet. Entscheidend ist, dass die Entwicklung im Sinne der Menschen vor Ort gestaltet wird.
Strukturwandel aktiv gestalten
Das Rechenzentrum ist mehr als ein Infrastrukturprojekt – es steht für den tiefgreifenden Wandel unserer Wirtschaft. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern Arbeitswelt und Gesellschaft.
Kuchinke betonte, dass dieser Wandel aktiv gestaltet werden muss: durch Investitionen in Bildung, Fachkräfte und regionale Wirtschaft. Der Masterplan Digitale Wirtschaft setzt genau hier an und verfolgt das Ziel, Wachstum strategisch zu steuern und digitale Souveränität zu stärken.
Für eine lebenswerte digitale Zukunft
Die Entscheidung für den Masterplan ist eine Entscheidung für die Zukunft: für Innovation, für Arbeitsplätze und für eine selbstbestimmte digitale Entwicklung in Europa – direkt hier in Hamm.
Oder, wie Mischa Kuchinke es zum Abschluss formulierte:
„Nicht die Zukunft erleiden – sondern sie lebenswert gestalten.“


